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IconDas Marktweib Marie-Christine Egger erzählt

Geschichten der Lebensmittel vom Märet und andere Visionen vom Schlaraffenland |Gemüse und Zugemüse – Früchte und Früchtchen10.00 – 10.15 Öpfel, Bire, Nuss und Du bisch duss! Geschichte und Verwendung früherDie heute noch beliebteste Frucht ist der Apfel. Er steht für Liebe, Sexualität und Fruchtbarkeit. Der goldene Apfel im Urteil des Paris löste den Trojanischen Krieg aus. Im Mittelalter galt er als Symbol des Sinnenreizes und der Erbsünde. Der Apfel steht auch für die Frucht an sich und damit für die Fruchtbarkeit. Ludwig XIV. liess in seinem jardin potager (Obst- und Gemüsegarten) bereits Birnen ziehen. Die Birne ist eine echte Gehirn- und Nervennahrung. Wer Birnen isst, der hat was in der Birne! Die meist gegessenen Nüsse im Mittelalter waren Ahornkerne. Als man begann, Wälder zu roden, um Ackerbau zu treiben, assen die Menschen lieber Haselnüsse. Die Baumnuss gehört zu den ältesten als Nahrungsmittel genutzten Nüssen. Die Römer nannten sie «Eichel des Jupiters». Weshalb sinken Birnen, während Äpfel im Wasser schwimmen?

10.20 – 10.35 Ohne Wurst und Speck hat das Leben keinen Zweck! oder: Wie die Solothurner die Schweine liebtenKnochenfunde zeigen deutlich, dass bereits die alten Römer in Salodurum die Schweine liebten. Im Mittelalter war es bei hoher Strafe verboten, einen Schinken ausserhalb der Stadtmauern zu verkaufen. Die Solothurner wollten ihn lieber selber essen. Vor dem Baseltor lagen grosse Eichenwälder. Jeden Morgen sammelte der Schweinehirt die Tiere ein und trieb sie in die Eichelmast und am Abend wieder zurück. Wehe, es spazierte ein Schwein nach neun Uhr abends durch Solothurns Gassen: Sogleich wurde es in das Spital getrieben und musste dort sein Leben lassen. Wie sehr die Solothurner die Grunztiere mochten, zeigt auch die Metzgerrevolution (1827-1895). An die alte Liebe zum Borstenvieh erinnert nur noch der Säulimäret (Friedhofsplatz). Wussten Sie, dass auch Goethe Würste liebte?

10.40 – 10.55 Die Kartoffel, eine giftige Zierpflanze - Verwandt mit der Tollkirsche und dem Bilsenkraut!Die barocke Küche profitierte von den neuen Lebensmitteln, die auf dem Seeweg nach Europa kamen; doch die wenigsten konnten sich von Anfang an durchsetzen. Ärzte warnten vor der Kartoffel. Schliesslich einigte man sich, dass sie für die gemeineren Klassen anzuraten sei, da diese über die entsprechenden Verdauungsorgane verfügten. Noch Nitzsche war der Meinung, der Genuss von Kartoffeln führe zum Alkoholismus. Da eine «normale» Pflanze durch Samen und nicht durch Knollen vermehrt wird, hatte doch sicher der Teufel seine Hände im Spiel haben! Welche Anstrengungen mussten unternommen werden, dass Bürger wagten eine Kartoffel zu essen!

11.30 – 11.45 Wer will gute Kuchen backen… Wie der Mohrenkopf und der Gugelhopf zu ihrem Namen kamen u. a. Ende des 17. Jhs. erkannte man, dass Butter und Zucker, aber auch Eier und Zucker sich durch dauerndes Rühren zu einer homogenen Masse vermischen. Die Biskuitmasse war geboren. Zucker war nicht für den Alltag bestimmt; man betrachtete ihn als Stärkungs- und Liebesmittel. Die Könige Europas tauschten häufig Schachteln mit Süssigkeiten aus, die als vornehmstes Geschenk galten. Den Gipfeli begegnen wir bereits im alten Orient. Die Torte hat sich vom einfachen Fladenbrot zum Gebäck der feinen Küche gewandelt. Der Mohrenkopf wurde ursprünglich Indianerkrapfen genannt, und der Gugelhopf verdankt sein Aussehen dem ????. Kommen Sie an den Märet: Sie werden es erfahren!

11.45 – 12.00 Teigwaren – eine italienische Religion? Eine Geschichte mit BissMan sagt, Nudeln, schlimmer noch, Spaghetti, – das kulinarische Heiligtum Italiens -, sei gar nicht italienisch, sondern eine chinesische Erfindung. Erst Marco Polo habe sie von seiner Chinareise mitgebracht. Doch das stimmt nicht: Nudeln, auch Spaghetti, zählten zu Marco Polos Zeiten bereits zum festen Nahrungsbestandteil in Italien. Bei der Eroberung Siziliens 827 brachten die Araber Hartweizen mit, also den Rohstoff, aus dem die wahre Pasta besteht. Zum Ausformen von Nudelteig entwickelten die Italiener zahlreiche Utensilien, so z.B. einen dicht mit Drähten bespannten Holzrahmen. Mit Nudelholz presste man den Teig durch die Drähte. Diese Teigfäden, die Maccheroni, wurden dann zum Trocknen an Gestelle gehängt. Maccheroni war eines der Lieblingsgerichte von Casanova. Lassen Sie sich erzählen, wie er sie zubereitet hat!

Link

http://www.solothurn-stadtfuehrungen.ch

Samstag, 25.08.2018
10.00 h - 12.00 h

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Veranstaltungsort

Jesuitenkirche Solothurn
Jesuitenkirche Solothurn
Hauptgasse 75
4500 Solothurn (So)

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Eingereicht von

guidle am Dienstag, 31.07.2018

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