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IconBücher statt Bilder - Buchdruck bringt Bildung

Die der damaligen Mode entsprechend prächtig gekleidete Renaissance Dame Maria Angulata-Egger reist mit ihren Gästen in die beginnende Neuzeit (16./17.Jh): Es ist eine wichtige, aber wenig bekannte Epoche des Stadtstaates Solothurn. Zwar kennt man die militärischen Erfolge, aber die geistigen Leistungen sind es wert, deutlicher hervorgehoben zu werden. Die Philosophen und Wissenschaftler sind vom Humanismus getragen. Die Menschen dieser Zeit beginnen wieder nachzudenken und eigenständig zu handeln. Humanisten fördern neue Ideen, sind aber keine Fanatiker. Humanistisch gebildete Politiker bereisen Europa. Die Strassen sind staubig oder sumpfig. In der Nacht ist ein Weiterkommen unmöglich. Die Verständigung hingegen ist kein Problem, denn alle Gebildeten sprechen fliessend Latein und meist auch Altgriechisch. An der Stiftsschule unterrichten von Glarean unterwiesene Professoren das Trivium Dialektik, Grammatik und Rhetorik. Auch Musik wird unterrichtet. Bereits 1520 gibt es 4 Choraulen (St. Ursenknaben). Glarean hat die damalige Musiktheorie zusammengefasst, erweitert und die Zahl der Tonarten auf 12 erhöht (Do-dekachordon). Schon 1546 besitzt Solothurn 5 Schulen. 1595 wird der Unterricht obligatorisch, armen Bürgersöhnen wird der Unterricht aus dem Almosenfond bezahlt. Seit einiger Zeit werden Bücher gedruckt. Solothurn besitzt wertvolle Bibliotheken.

Die Antike und die Geschichte werden entdeckt. «Nirgends holt man sich bessern Rat für die Zukunft als aus der Vergangenheit», meint der gelehrte Stadtschreiber Hans-Jakob vom Staal. Der Begriff des finsteren Mittelalters entsteht. Mit Zwingli wird ein reger Briefwechsel geführt, die Kirche wird hinterfragt. Kopernikus entdeckt das Gesetz der Planetenbewegungen. Leonardo da Vinci, Kepler und Galilei realisieren, dass die Erde nicht der Mittelpunkt des Universums ist. Kann man das biblische Weltmodell noch ernst nehmen? Solothurn sucht die Nähe Frankreichs. Der Ambassador findet hier eine standesgemässe Unterkunft. Höfisches Leben hält Einzug in Solothurn. Zur Zeit der Renaissance beginnt der Mensch, sich als Individuum wahrzunehmen. Diesen Individualismus können die Teilnehmer an der Führung beim Tanzen einer Pavane am eigenen Leib erfahren. Bei diesem Schreittanz wird das Selbstbewusstsein fühl- und sichtbar. «Keinem sei hörig, wer sich selbst zu gehören vermag», verkündete Paracelsus.

Bei einem Unterbruch im Roten Turm zeigt Maria Angulata-Egger einzigartige Raritäten aus ihrem Kuriositätenkabinett. Man hört von allem was diese Epoche umfasst: Architektur, Musik, Tanz, Medizin, Kulinarisches und vieles mehr. Marie-Christine Egger entführt in dieses interessante Zeitalter, welches massgeblich unsere heutige Gesellschaft mitgestaltet hat.

Link

http://www.solothurn-stadtfuehrungen.com/index.html#buecher

Sonntag, 15.09.2019
17.00 h - 19.00 h

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Veranstaltungsort

Baseltor Aussenseite (Ost)
-
4500 Solothurn

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Eingereicht von

Marie-Christine Egger am Mittwoch, 04.09.2019

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